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Der Wissenschaft sind zur Zeit zwei verschiedene Wolfsarten
bekannt. Der Grauwolf (Canis lupus), auch Timberwolf, Tundrawolf oder Lobowolf
genannt (je nach dem wo er lebt), und der Rotwolf (Canis rufus). Beim Rotwolf war
lange Zeit nicht geklärt, ob er eine Kreuzung zwischen dem Coyoten und dem
Grauwolf ist. Neuste gentechnische Untersuchungen weisen aber darauf hin, dass
diese Vermutung zutrifft. Der Grauwolf ist von der Wissenschaft zusätzlich
noch in verschiedene Unterarten eingeteilt worden.
Der Grauwolf (Canis lupus) ist das Säugetier mit dem größten Verbreitungsgebiet nach dem Menschen. Er ist eines der scheuesten wildlebenden Tiere und lässt sich nur selten blicken. |
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Früher gab es Wölfe in Asien, dem Mittleren Osten, Nordamerika und ganz Europa. Heute gibt es Wölfe nur noch in Kanada, Alaska und großen Teilen Asiens. In den USA, in Europa und dem mittleren Osten gibt es nur noch wenige Exemplare. Aufgrund seiner erstaunlichen Anpassungsfähigkeit an klimatische Bedingungen hat der Wolf einen riesigen Verbreitungsraum. Seinen völlig unverdienten Ruf als Inkarnation des Bösen verdankt der Wolf den bäuerlichen Gemeinschaften in Europa, die eine Rechtfertigung für seine Vernichtung suchten, nur weil er gelegentlich Appetit auf ihre Haustiere verspürte. |
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In Nordamerika wurde der Wolf von den Indianern, die keine domestizierten
Tierherden kannten, geachtet und verehrt. Erst mit der Ankunft der
europäischen Siedler begann in Amerika, wie vorher auch in Europa, die
Ausrottung des Wolfes. In Kanada versuchte die Regierung Anfang des 19.
Jahrhunderts mit Prämienzahlungen die Ausrottung des Wolfes voranzutreiben.
In Kanada gibt es heute noch ca. 60 000 Wölfe, in Alaska 6 000 Wölfe. Der gräuliche mexikanische Wolf steht mit weniger als 40 Tieren vor dem Aussterben. In den USA gibt es noch etwa 1 200 Timberwölfe. |
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Der Wolf weist ein hochentwickeltes Sozialverhalten auf und lebt
einzig und allein für sein Rudel. Ein Wolfsrudel wird in der Regel
von zwei dominanten Wölfen, dem Alpha-Männchen und dem Alpha-Weibchen,
angeführt. Die restlichen Mitglieder des Rudels sind meistens Nachkommen
des Alpha-Paares, so dass ein Wolfsrudel eine große Familie ist (Eltern,
Tanten, Onkel, Halbgeschwister und Welpen). Ohne die Zuneigung der
Alphawölfin wird ein Wolfsrüde selten zum Alphawolf, außer er ist ein
sehr dominantes Tier.
Das Territorium des Rudels wird vom Alphamännchen durch seinen Duft markiert. |
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Da in den meisten Fällen, mit Ausnahme sehr großer Gruppen,
nur das dominante Paar Nachwuchs zeugt, bleiben die übrigen
ausgewachsenen Tiere ohne Nachkommen.
Welpen werden im Allgemeinen von allen Rudelmitgliedern zärtlich und mit Nachsicht behandelt. Während die Welpen heranwachsen, lernen sie die Pfade, Gerüche, Beutetiere und das Rudelverhalten kennen und werden in die Jagdtechnik des Rudels eingeweiht. Ungefähr die Hälfte der Welpen überlebt das erste Lebensjahr nicht. |
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Zum Vokabular der Wölfe gehören Fiepsen, Quäken, Winseln, Bellen, Jaulen, Knurren, Zähnefletschen und natürlich Heulen. Wölfe heulen meistens gemeinsam im Chor, um einen erfolgreichen Beutezug zu feiern, verirrten Rudelmitgliedern den Weg zu weisen oder fremden Wölfen zu signalisieren, dass sie sich zu nahe an ihr Territorium herangewagt haben. Der verbreitete Glaube, dass Wölfe den Mond anheulen, entspricht nicht der Wahrheit. |
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In der arktischen Tundra sind sie nachts bis zu 9 km weit zu hören.
Das Heulen von "einsamen Wölfen" wird von anderen Wölfen und Rudeln nicht beantwortet. Der berühmte "einsame Wolf" ist die seltene Ausnahme, meistens handelt es sich dabei um schwache Tiere, Außenseiter, Ausgestoßene oder ehemalige Alphawölfe. Einzelgänger müssen weite Strecken zurücklegen, bis sie einen Partner finden und ein eigenes Rudel gründen. Wölfe haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von ca. neun Jahren. In Gefangenschaft, wo ihre Lebensbedingungen meist viel angenehmer sind und sie nicht verfolgt werden, können sie durchaus etwa 14 Jahre alt werden, also etwa so alt wie ein Haushund. Der Wolf jagt am liebsten früh morgens und abends bei Dämmerung und schläft während der Mittagsstunden. Durch seinen hervorragenden Geruchssinn kann er selbst auf zweieinhalb Kilometer Entfernung noch die Witterung eines Beutetiers aufnehmen. |
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Je nach Beutetier und Terrain wendet das Rudel verschiedene Jagdstrategien
an. Er kann auf der Suche nach Nahrung oft bis zu 60 Kilometer am Tag
zurücklegen. Oft verfolgen Wölfe ihre Beutetiere so lange, bis es
erschöpft aufgeben, bevor sie es angreifen. Ein Wolf kann einen halben Tag
mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h laufen. Bei kurzen Sprints erreicht er eine
Geschwindigkeit von 65 km/h.
Wölfe können im Notfall Wochen oder im Extremfall einen Monat ohne Futter auskommen. |
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Die Färbung des Timberwolfes reicht von Schwarz über
Grau bis hinzu Gelbbraun. Ein männlicher Timberwolf wiegt etwa 40
Kilogramm, ein weiblicher 35 Kilogramm. Ein Rüde des fast weißen Alaska-
oder Arktiswolfes kann sogar ein Gewicht von bis zu 80 Kilogramm erreichen. Seine
langen Beine und breiten Pfoten ermöglichen es ihm in tiefem Schnee und
sumpfiger Tundra Beute zu jagen. Eastern Timber Wolf (Canis lupus lycaon) ist
die am weitesten verbreitete Unterart. Ihr Lebensraum umfasst die östlichen
USA, inkl. Florida bis West-Minnesota. Das Fell variiert in jeder nur
vorstellbaren Farbe.
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Ich möchte mich bei Tier- und Naturfotograf Gunther Kopp bedanken für
seine Hilfe
und die Genehmigung seine Wolfsfotos auf meiner Homepage zu verwenden.